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Klassisches Konzert der Superlative am Obermain - Bericht über das Jubiläumskonzert mit Karl Hanspeter

Freunde und Kenner klassischer Musik konnten vor kurzem in Ebensfeld ein wirklich außergewöhnliches Konzert für Trompete und Orgel auf höchstem musikalischen Niveau genießen. Das Konzert wurde von der Musikvereinigung Ebensfeld im Rahmen ihres Jubiläumsjahres 2018 organisiert und der 1. Vorsitzende der Musikvereinigung Ebensfeld, Rudolf Dierauf, freute sich, neben den musikbegeisterten Zuhörern, recht herzlich die zwei international bekannten Künstler am Obermain begrüßen zu dürfen. Beide Musiker hatten einen weiten Weg auf sich genommen, um in der Ebensfelder Pfarrkirche mit seiner hervorragenden Akustik zu musizieren und ein ausgefallenes Programm zu präsentieren. Der Organist Dietrich Oberdörfer reiste aus Meran an und der Trompeter Karl Hanspeter aus Überlingen am Bodensee.

Seit über dreißig Jahren übt der in Bozen und Wien studierte Organist, Sänger und Komponist Dietrich Oberdörfer intensive Konzerttätigkeit in Italien und im Ausland als Solist sowie als Mitglied verschiedener Kammerbesetzungen aus. Maßgebliche Impulse für seine kompositorische Tätigkeit bekam Oberdörfer durch die Begegnung mit Arvo Pärt. Er hat CDs eingespielt und für verschiedene Rundfunk- und Fernsehanstalten aufgenommen. Das jüngste Album mit seinem Ensemble Katharsis schaffte es bis ins Finale des Grammy Award 2008, in der Sparte Kammermusik. Außerdem ist er Dozent für Orgel und Musiktheorie am Institut für Musikerziehung Meran und Schlanders und künstlerischer Leiter der Europäischen Orgelakademie Schloss Goldrain.

Mit Karl Hanspeter war nicht nur ein diplomierter Solotrompeter und Absolvent des Musikkonservatoriums in Bozen und der Musikhochschule in Frankfurt/Main sowie weiterer Meisterkurse namhafter Professoren, sondern auch einer der wenigen Profitrompeter, der in verschiedenen Stilrichtungen, von der Klassik über BigBand bis zum Jazz zu Hause ist, zu Gast. Im Jahr 2003 wurde er als Dozent für hohes Blech an das Peter-Cornelus-Konservatorium in Mainz berufen.Er war und ist Mitglied verschiedener Orchester und Esembles, u.a. von 1996 bis 1999 auch als Flügelhornist und Trompeter bei den Original Egerländer Musikanten des berühmten Ernst Mosch. Er ist Sieger mehrerer internationaler Wettbewerbe und wurde mit diversen Preisen ausgezeichnet.

Eröffnet wurde das Konzert mit dem Concerto in Es-Dur für Flügelhorn und Orgel von Johann Baptist G. Neruda. In den drei Sätzen Allegro – Largo – Vivace zeigten die beiden Künstler, wie homogen Kirchenorgel und Blechblasinstrument zu einer Klangeinheit verschmelzen können. Lang gehaltene Töne, wunderschöne Cantilenen und halsbrecherische Läufe wurden meisterhaft ausgeführt. In dem Orgelwerk Partita sopra „Werde munter mein Gemüte" von Johann Pachelbel und in der berühmten Toccata & Fuge in D-Moll von Johann Sebastian Bach überzeugte der Organist Dietrich Oberdörfer als wahrer Meister seines Fachs und forderte die Ebensfelder Kirchenorgel wahrlich heraus. Karl Hanspeter wagte sich mit seiner Piccolotrompete an ein Werk, das nicht allzu viele Trompeter meistern, ein Stück, das lange Zeit als „unspielbar" galt. Neben schwindelerregenden Läufen werden Spitzentöne bis zum C-vier, dem doppelt „hohen C" verlangt und Karl Hanspeter bewältigte das mit Bravour. In einer Improvisation über den Choral „Ave maris stella" bewiesen die beiden Künstler, dass sie nicht nur in der Klassik zu Hause sind. Dietrich Oberdörfer spielte auf einem Organetto, einer sogenannten Miniorgel betrieben mit einem Blasebalg und Karl Hanspeter improvisierte dazu einfühlsam auf dem Flügelhorn. Den Abschluss bildete die Sinfonia sopra linno popolare für Orgel und Trompete.

Rudolf Dierauf bedankte sich herzlich für das außergewöhnliche Klangerlebnis, für ein Konzert, das so in Ebensfeld noch nicht stattgefunden hat. Durch den langanhaltenden Beifall des begeisterten Publikums kamen die beiden Künstler nicht umhin, eine Zugabe im Chorraum der Kirche zu geben. Ein weiteres musikalisches Highlight schloss sich für alle Aktiven der Musikvereinigung und sonstige interessierte Musiker am darauffolgenden Vormittag an, als Karl Hanspeter im Ebensfelder Pfarrheim einen Bläserworkshop durchführte, der aufgrund der ansprechenden Art des Ausnahmekünstlers, sein Wissen zu vermitteln, bei allen Beteiligten einen bleibenden Eindruck hinterließ.

O.W.

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